Tenuta de Angelis

Wer Italien dort erwischen will, wo es ebenso reizvoll ist wie in der Toskana, wo jedoch Deutsch tatsächlich noch als Fremdsprache durchgeht, ist in den Marken gut aufgehoben. Abseits der wichtigen Handelsstraße und Verkehrsader Mailand-Florenz-Rom-Neapel gelegen, spielte die Region geschichtlich, politisch und ökonomisch stets eine Nebenrolle. Was für den Tourismus der Marche gilt, darf auch für den Wein gesagt werden: eine noch weithin unerschlossene Region, die wesentlich mehr Beachtung verdient hätte!

Das Leben und Wirken der Winzer scheint gerade im Vergleich zur berühmten Nachbarin aus dem Westen, der Toskana, entschleunigt zu sein und weniger beeinfl usst von internationalen Trends und Einflüssen. Ein bisschen Mecklenburg scheint in den Marken zu stecken, hier braucht alles einwenig länger und kommt mit Verzögerung. So verhält es sich auch mit dem Einschwenken der Winzer auf einen Qualitätsweinkurs. Bisher
ging’s ja auch irgendwie. Wenn es keine Interessenten aus Deutschland, Japan und den USA gab, trank man den einheimischen Wein halt selbst!
Die wichtigsten Rebsorten der Region sind für die Weißweine der für Mittelitalien unvermeidliche Trebbiano sowie der schon den „ollen Römern“ bekannte Verdicchio. Die Klassiker bei den Roten sind Sangiovese und Montepulciano.
In den westlichen Regionen schmiegen sich die Weinberge sanft an den Apennin. Auf halber Strecke zwischen Bergen und Meer ist die Heimat der Tenuta de Angelis. Hier gibt es keine 2000er mehr, sondern eine liebliche Hügellandschaft. Die kalkhaltigen Böden als stille Zeugen eines Urmeeres bieten den Rebstöcken eine vielversprechende Heimat. Großartiges Potenzial, was die vor gut 50 Jahren von Alighiero de Angelis gegründete Tenuta immer besser zu nutzen weiß. Dafür sorgt heute der umtriebige Quinto Fausti. Seine regionalen Botschafter sind alles andere als Markenweine (siehe Weinlexikon), sondern ausdruckstarke Gewächse. Modern sind sie, ohne die Herkunft zu verleugnen, mit einem unschlagbaren Preis-Genuss-Verhältnis.
